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pflege und wartung deines instruments

 

maßgeblich für die einstellungen an deinem instrument ist die bespielbarkeit. millimeterangaben können eine richtlinie sein, zwei gitarren genau gleich einzustellen würde wohl aber immer eines der beiden instrumente zu kurz kommen lassen. wenn du doch messen willst, tu das bitte mit dem instrument in spielposition - wenn sie auf dem rücken liegt hat so eine gitarre natürlich eine ganz andere saitenlage etc.

ein instrument von gebrauchtegitarre.com ist mit sogenannten 10er saiten bespannt, konkret mit d‘addario exl 110, ein 4-saitiger bass mit 45er saiten von warwick.

bei einem saitenwechsel mit gleichbleibender saitenstärke gleichen herstellers ist bzgl. der halskrümmung eigentlich nichts zu beachten, oktavreinheit prüfen schadet jedoch nicht (siehe unten).

 

bei einem saitenwechsel beachte bitte:

deine sattelkerben sind nun entweder zu eng oder zu weit, was stimmprobleme verursachen kann.

dünnere saiten haben weniger zugkraft, weshalb sich der hals leicht nach hinten ziehen, die saitenlage dadurch flacher werden wird und die saiten zu schnarren beginnen, weil sie leichten kontakt zum nächst höhergelegenen bund des gegriffenen tones haben.

dickere saiten haben mehr zugkraft, weshalb sich der hals leicht nach vorn ziehen, die saitenlage dadurch höher werden wird, wodurch die gute bespielbarkeit leidet.

 

 

halskrümmung

beides wird tunlichst nicht über die höheneinstellung an der brücke, sondern mittels halsspannstab (truss rod) eingestellt, was mit etwas vorsicht zu bewerkstelligen ist wie folgt: spanne in gestimmtem zustand einen kapodaster vor den ersten bund(stab) und drücke eine saite am 15. bund herunter. die saite funktioniert nun wie ein lineal. der sich so am 7. bund ergebende abstand zwischen bundoberkante und saitenunterkante sollte bei e-gitarren etwa 0,2 mm betragen (in worten: fast nix), bei bässen etwa 0,6 mm.

dieses maß kann bzw. muss bei instrumenten, deren bünde nicht ordentlich abgerichtet sind (also unterschiedliche höhenlevels haben) etwas erhöht werden. nur bitte keine banane aus dem hals machen, sondern möglichst gerade einstellen. ton und bespielbarkeit werden es dir danken.

spanne entweder den truss rod im uhrzeigersinn um zu hohem saitenzug entgegenzuwirken und den nach vorn gebogenen hals zu begradigen.

oder löse den truss rod gegen den uhrzeigersinn um zu niedriger saitenspannung entgegenzuwirken und den nach hinten überbogenen hals zu lockern.

beides bitte mit viel gefühl und in achtelumdrehungsschritten. wenn du viel kraft für diese einstellung aufwenden musst, stimmt möglicherweise etwas nicht. lass dann besser einen fachmann ran.  

ähm ... wo ist dieser truss rod eigentlich? den zugang dazu findest du meist an deiner kopfplatte, offen sichtbar oder unter einer abdeckung. pech haben alle, deren zugang am halsfuß angebracht ist - da müssen alle einstellungen in eventuell mehreren anläufen ohne saiten mit abgenommenem hals durchgeführt werden.

ganz grober fahrplan hierzu: wenn es in den ersten fünf bünden zu sehr schnarrt, ist der hals zu gerade. schnarrt es oben zu sehr, ist der hals zu krumm. schnarrt es überall, ist die halskrümmung gut, aber möglicherweise die saitenlage zu flach oder dein anschlag zu heavy.

 

 

saitenlage

ich beginne das setup einer e-gitarre bei etwa 2 mm saitenabstand von oberkante bund bis unterkante saite am tiefen e, etwas weniger beim hohen e, gemessen am 12. bund (bass etwa 3 mm). von dort aus kann die reise geringfügig in beide richtungen gehen, je danach, welche spielweise gewünscht ist bzw. welcher sound. eine sehr flach eingestellte saite hat bei zu festem anschlag bald die angewohnheit, an den bünden zu schnarren (dies geschieht meist am nächst höheren des gegriffenen bundes oder aber etwa auf halber gegriffener saitenlänge). obendrein entfaltet sich der ton oft besser, wenn die saiten nicht zu dicht am griffbrett kleben.

du darfst nun experimentieren: mit einem 1,5 mm inbusschlüssel kannst du - sofern du kein instrument mit tune-o-matic-brücke gekauft hast - die reiter unter den einzelnen saiten höhenverstellen.

merke dir die anzahl der drehungen, die dein inbusschlüssel macht, damit du bei bedarf alles wieder rückgängig machen kannst (tip: eine 10 cent münze misst etwa 2 mm).

achte darauf, dass dein saitenhöhenverlauf in etwa dem radius deines griffbretts folgt, d und g dürfen dabei minimal heraus stehen. schau dazu von hinten über die gitarre. wenn du eh schon mal so komisch kuckst, prüfe auch gleich, ob die einzelnen reiter waagerecht stehen, beide inbusschrauben eines reiters gleichmässig weit raus stehen.

telecasterspieler mit drei doppelreitern müssen oft kompromisse bei der oktav-intonation in kauf nehmen und die reiter so einstellen, dass öfter gebrauchte akkorde reiner klingen als selten benutzte. waagerecht stehende reiter sind hier möglicherweise wenig zielführend (griffbrettradius).

bei o.g. tune-o-matic-brücken geht es einfacher, hier verstellst du an den zwei bolzenschrauben die ganze brücke in ihrer höhe, der radius ist baulich bedingt schon vorgegeben. auch hier schadet es nicht, sich zu merken, was man tut - beide schrauben eine halbe umdrehung hoch oder runter, gitarre wieder stimmen und ausprobieren.

bei beiden brückenarten würde ich die saiten vor dem erhöhen der saitenlage etwas entspannen, also etwa zwei ganztöne runter stimmen.

 

oktavreinheit

wenn du die saitenlage signifikant änderst, ist im anschluss die oktavreinheit zu prüfen. vergleiche dazu mittels stimmgerät den gegriffenen ton am 12. bund mit dem eine oktave tiefer erklingenden ton der leersaite. ist der gegriffene ton am 12. bund zu hoch, muss der saitenreiter vom hals weg bewegt werden. ist er zu tief, zum hals hin. vorsichtiges herantasten per schraube, die von hinten (bei tune-o-matic-bridge auch mal von vorn) in den jeweiligen saitenreiter führt. das ergebnis sollte sein, dass die sechs reiter zwei schräg verlaufende linien bilden.

 

Intonation LPl TypeIntonation LPl Type Intonation S TypeIntonation S Type

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

saitenwechsel

wann überhaupt?      je nach belieben und gutem ton. bassisten sind da eher zurückhaltend, da basssaiten verhältnismässig teuer sind. anfängern empfehle ich, nach einem jahr mal darüber nachzudenken, vielspielern eher nach sechs monaten bzw. dann, wenn die saiten mit schmutz zugesetzt sind und dumpf klingen.

gitarristen dürfen auch im anfängerstadium nach drei monaten mal wechseln, am besten auch gleich alle saiten, nicht nur die gerissene, damit das klangbild wieder homogen wird.

wie mach ich das?      es gibt da verschiedene techniken. allen gleich scheint mir, dass bei umsponnenen saiten etwa anderthalb bis zweieinhalb, bei blanken saiten etwa fünf bis sieben windungen um den wirbel ausreichen, um eine saite stimmstabil festzuhalten.

ich persönlich ziehe die saite straff, schneide umsponnene etwa 3 cm, blanke etwa 5 cm hinter dem stimmwirbel ab und führe sie durch die querbohrung, so, dass sie etwa 0,5 cm auf der anderen seite heraus tritt.

bei mechaniken mit hohlem schaft, in den man das saitenende einsteckt, einfach alles 1 cm länger.

dann beginne ich zu drehen (saitenkurbel hilft) und führe die saite mit der rechten hand immer unter spannung erst über den 0,5-cm-rauskuck-schniepel, dann bei der zweiten umdrehung und allen folgenden unter diesen. wenn die saite auf stimmung ist, sollte sie an dem wirbel anliegen und die einzelnen wicklungen sauber nebeneinander liegen.

 

Saiten Aufziehen S TypeSaiten Aufziehen S Type

 

umsponnene saiten mit rundem kern müssen vor dem abschneiden einmal geknickt werden, damit die umwicklung nicht aufdrieselt. (gibt es das wort?)

 

bei einem bass, gibt es für gewöhnlich nur mechaniken mit hohlem schaft. dort schneide ich die handgespannte saite etwa 6 cm hinter der jeweiligen mechanik ab, stecke ein, knicke um und wickle bis schluss, von oben nach unten.

 

aufgezogene bass saiten aufgezogene bass saiten

 

 

nutze den saitenwechsel auch gleich, um dein griffbrett zu reinigen. ein baumwolltuch und zwei (ich wiederhole: zwei!) tropfen griffbrettöl sind dafür eine gute investition, speiseöle lieber nicht. lackierte ahorngriffbretter natürlich nicht ölen, sondern feucht ab- und trocken nachwischen.

 

 

grundsätzliches

jedem instrument gefällt eine relative luftfeuchte zwischen 40 – 65 % ganz gut, drüber und drunter nicht so - da sollte der luftbe- bzw. -entfeuchter ran. ein gutes hygrometer kostet nicht viel und dein instrument sowie deine gesundheit werden es dir danken.

wenn fragen zu deiner gitarre auftauchen, kein ton mehr raus kommt, du die saiten nicht drauf bekommst, die stimmung nicht mehr hält oder du dein tremolo doch mal benutzen möchtest – rufste an.

 

 

 

 

alles in allem – jetzt aber viel freude am spielen!

 

 

 

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